Handyvertrag vor Ablauf der Mindestlaufzeit kündigen – was ist möglich, welche Varianten gibt es? – Handyvertrag-24.click
Home » Allgemein » Handyvertrag vor Ablauf der Mindestlaufzeit kündigen – was ist möglich, welche Varianten gibt es?

Handyvertrag vor Ablauf der Mindestlaufzeit kündigen – was ist möglich, welche Varianten gibt es?

technology-791332_640Handyvertrag vor Ablauf der Mindestlaufzeit kündigen – was ist möglich, welche Varianten gibt es? – Ein Handyvertrag hat heute im Normalfall ein Laufzeit von 24 Monaten und eine Kündigungsfrist von 3 Monaten. Man kann daher als Kunde frühestens nach 24 Monaten auf reguläre Weise den Tarif wieder beenden. Innerhalb der Mindestvertragslaufzeit ist dagegen ein Wechsel nur schwer möglich.

Viele Nutzer möchten aber gerne auch vor der regulären Frist den Handyvertrag wechseln und suchen daher nach Möglichkeiten, den Handyvertrag bereits vorfristig zu kündigen. Das ist innerhalb der gesetzlichen Vorgaben auch unter Umständen möglich, allerdings sind die Grenzen für einen Wechsel sehr eng gesteckt – viele Varianten, einen Handyvertrag vorfristig zu beenden, gibt es daher nicht.

Wir haben hier einen Überblick über die gesetzlichen Bestimmungen zusammen gestellt und erklären, welche Möglichkeiten es gibt, auch wieder aus einen Handytarife heraus zu kommen.

Das gesetzliche Widerrufsrecht

Der einfachste Weg, aus einem bereits abgeschlossenen Handyvertrag wieder heraus zu kommen, ist das gesetzliche Widerrufsrecht. Dieser Anspruch ist gesetzlich fest gelegt und damit bei allen Anbietern gleich. Bei der Telekom findet sich dazu folgender Hinweis:

Wenn Sie bei der Telekom im Fernabsatz eine Dienstleistung (z. B. Überlassung eines Anschlusses oder Nutzung von Verbindungstarifen) beauftragt oder Ware (z. B. Telefon, Router) gekauft haben, können Sie den Auftrag als Verbraucher innerhalb der Widerrufsfrist von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen. Fernabsatz bedeutet, dass uns der Auftrag schriftlich, telefonisch oder per Internet übermittelt worden ist.

Die gleichen Regelungen finden sich auch bei anderen Anbieter. Dabei muss man allerdings zwei Punkte beachten:

  • der Vertrag muss im Internet oder per Telefon geschlossen worden sein. Das Widerrufsrecht gilt nicht bei Bestellungen im Shop.
  • das Recht gilt nur 14 Tage nach Erhalt der Ware. Danach ist ein Widerruf nicht mehr möglich.

Geld Euro 500 Pixabay CC0Einigung mit dem Anbieter

Daneben gibt es natürlich noch die Variante einer Einigung mit dem Anbieter des Handyvertrages. Trotz Kündigungsfrist und Mindestlaufzeit kann ein Vertrag natürlich auch beendet werden, wenn beide Seiten dem zustimmen. Dazu sollte man sich mit dem eigenen Anbieter in Verbindung setzen und nach Möglichkeiten fragen, den Vertrag bereits vorfristig zu beenden. Ein Anrecht auf eine Einigung gibt es aber nicht, viele Anbieter beenden aber aus Kulanz die Vertrage auch vor dem Laufzeit-Ende, wenn sie ihre Kosten ersetzt bekommen.

Das bedeutet man bezahlt meisten eine gewissen Kompensation (je nach Tarif und Länge der restlichen Laufzeit) und kann dafür den Vertrag sofort auslösen. Das hat den Vorteil, dass man nicht an bestimmte Fristen gebunden ist und relativ schnell einen Handyvertrag auch wieder beenden kann. Es ist allerdings mit Kosten verbunden und der Anbieter muss zustimmen – tut er das nicht, gibt es kein Anrecht des Kunden, dies durchzusetzen.

Das Sonderkündigungsrecht bei Handy-Verträgen, Tarifen und Flatrates

Unter einem Sonderkündigungsrecht verstehen man ein spezielles gesetzlich festgelegtes Kündigungsrecht in genau definierten Fällen. Derzeit gibt es diesen Sonderkündigungsrecht im Mobilfunk für zwei Konstellationen:

  • Umzug: Ein Umzug bedeutet nicht sofort ein Sonderkündigungsrecht sondern nur dann, wenn der Anbieter die Leistungen am neuen Wohnsitz nicht anbieten kann. Im Paragraf 46 Telekommunikationsgesetz (TKG) ist für solche Fälle ein Kündigungsrecht mit 3 Monaten Frist zum Monatsende vorgesehen.
  • Preiserhöhung: Erhöht ein Anbieter innerhalb der Vertragslaufzeit die Preise besteht ebenfalls ein Sonderkündigungsrecht.

Sonderkündigungsrechte können nicht per AGB ausgeschlossen werden.

stock-624712_640Außerordentliche Kündigung bei Handy-Verträgen, Tarifen und Flatrates

Außerordentliche Kündigungen sind immer dann möglich, wenn der Vertragspartner seinen Pflichten nicht nachkommt und damit gegen den Vertrag verstößt. Das Mobilfunk-Verträge sehr komplex sind und viele Pflichten beinhalten, gibt es an dieser Stelle eine Reihe von Möglichkeiten, wann man wegen Verstoß gegen die Vertragspflichten kündigen kann:

  • Schlechter oder kein Empfang: Ist der Handyempfang dauerhaft schlecht und so gestört, dass man den Vertrag nicht sinnvoll nutzen kann, besteht das Recht auf eine Kündigung. Allerdings ist dies nicht so einfach nachzuweisen, denn es gibt keine Garantie, dass man direkt an einem bestimmten Punkt Empfang haben muss. Ein Kündigungsrecht kann aber in jedem Fall bestehen, wenn sich der Empfang verschlechtert, weil Sendemasten entfernt werden.
  • Fehlerhafte Abrechnung: Ist die Abrechnung der Mobilfunkleistungen wiederholt falsch, kann ein Kündigungsrecht bestehen. Die korrekte Abrechnung ist eine wichtige Pflicht des Anbieters, kommt er dieser nicht nach ist das ein Verstoß gegen die Vertragsbedingungen. Schlechter Kundenservice ist dagegen kein Grund für eine sofortige Kündigung.
  • Defekte Hardware: Bei einem Vertrag mit Handy (bei dem Handy und Tarf gekoppelt sind) kann eine defekte Hardware ein Sonderkündigungsrecht zur Folge haben, wenn das Gerät nicht repariert oder ausgetauscht wird. Schwieriger ist die Situation, wenn Tarif und Handy von unterschiedlichen Anbietern kommen und der Vertrag nur vermittelt wurde. Dann ist eine Kündigung leider nicht ganz so einfach möglich.
  • Keine oder falsche Portierung der Rufnummer: Möchte man seine alte Rufnummer mit zu einem neuen Anbieter nehmen, ist das mittlerweile bei fast allen Handyverträgen möglich. Wenn dies allerdings scheitert, kann dies ein Kündigungsrecht zur Folge haben, wobei hier genau geschaut werden muss, warum die Portierung der Rufnummer nicht möglich war. Oft liegt hier auch ein Fehler beim alten Anbieter oder bei den Kundendaten.

Prinzipiell gilt bei diesen Fällen immer, dass man den Anbieter von dem Problem in Kenntnis setzen muss. Dazu muss der Anbieter eine angemessen Frist bekommen um die Probleme aus der Welt zu räumen. Die Frist sollte 3 bis 4 Wochen lang sein um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen. Ist danach immer noch keine Änderung eingetreten und besteht das Problem weiter, kann die Kündigung ausgesprochen werden.

Bei Fragen oder Unsicherheiten sollte man sich aber in solchen Fällen an einen Anwalt oder die Verbraucherzentrale werden. Diese kennen meistens bereits solche Fällen und wissen daher auch, wie man am besten vorgeht.

Beim Tod des Anschlussinhaber ist durch die Erben ebenfalls eine Sonderkündigung möglich.

Wichtig: Auch der Anbieter kann kündigen, wenn der Kunde seine Pflichten verletzt.

Vertrag verlängert – ist Kündigung möglich?

Verpasst man das Ende der Laufzeit und die rechtzeitige Kündigung, verlängert sich der Handyvertrag automatisch bei den meisten Anbietern um ein weiteres Jahr. Hier muss man wieder das Jahr abwarten bevor der Vertrag beendet werden kann. Die automatische Verlängerung um mehr als ein Jahr is aber unzulässig. In §309 BGB heßt es:

Auch soweit eine Abweichung von den gesetzlichen Vorschriften zulässig ist, ist in Allgemeinen Geschäftsbedingungen unwirksam…

…bei einem Vertragsverhältnis, das die regelmäßige Lieferung von Waren oder die regelmäßige Erbringung von Dienst- oder Werkleistungen durch den Verwender zum Gegenstand hat,

b) eine den anderen Vertragsteil bindende stillschweigende Verlängerung des Vertragsverhältnisses um jeweils mehr als ein Jahr.

In solchen Fällen kann man den Vertrag auch bereits eher kündigen.

Check Also

aufraten.kaufen Handyverträge – Erfahrungen, Tests und das Kleingedruckte

aufraten.kaufen Handyverträge - Erfahrungen, Tests und das Kleingedruckte - Aufraten.kaufen ist ein Online-Shop, der (wie …

5 comments

  1. Brigitte Hobba

    Ich verstehe nicht die Klausel:
    … frühestens 3 Monate zum Ende der Vertragslaufzeit……
    Für mich heißt das ich kann nicht vor 3 Monaten zum Ende meines Vertrages kündigen , aber nicht dass es spätestens 3 Monate vorher geschehen muss – sonst würde dich da nicht frühestens stehen , oder??

    • Redaktion Handyvertrag.click

      Wo findet sich denn diese Klausel? In der Regel sollte da ein spätestens stehen, das findet man zumindest standardmäßig bei den meisten Anbietern so. Die Standardformulierung ist meistens:

      “ … mit einer Frist von drei Monaten frühestens zum Ablauf der Mindestlaufzeit kündbar … „

    • Benjamin Stieß

      es kann nur spätestens heissen-man kann jederzeit kündigen-aber eben nur mit Wirkung zum fristgerechten Ablauf-da gibt es gewisse Formen und juristische Begrifflichkeiten.Eine gute und rechtlich sichere Formulierung könnte da lauten:

      Hiermit kündige ich meinen Mobilfunkvertrag zu der Rufnummer 0152/xxxxxxxx mit der Kundennummer xxxxxxxx zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

      Mit dieser Formulierung ist ja der Anbieter zum handeln gezwungen.Ermuss zum einen den iengang bestätigen udn nennt hierbei meist auch das frühestmögliche Ende des Vertrages.Abweichungen bedürfen wie oben geschildert eben einer beiderseitigen Einigung(Abfindung/Abschlagszahlung)

  2. Friedrich Wolle Tel.: 02339-xxxx

    Da bekommt man eine Antwort:

    Liebe mediaspar.tv Kunden,
    wir informieren Sie an dieser Stelle, dass unser Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt hat.

    Wie kommt man aus dem Vertrag, der meistens als Agent, bei einen fremden Browser abgeschlossen ist.
    Wer weiß Rat ???

    • Redaktion Handyvertrag-24.click

      Stand in der Mail nicht noch mehr dazu, wie die zukünftige Abwicklung ist? Ansonsten ja, der Vertrag wurde mit einem dritten Anbieter geschlossen und damit läuft dieser Vertrag wohl auch nach der Insolvenz weiter ohne das es Änderungen gibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.